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Plenck, Toxicologia su doctrina de venenis et antidotis.

Plenck, Joseph Jacob: Toxicologia seu doctrina de venenis et antidotis. Wien, R. Graeffer, 1785. 338 S., (8 Bl.) Lederband der Zeit mit Rückenschild und floraler Rückenvergoldung (Kapitale berieben, Vordergelenk unten etwas angeplatzt, kleiner Wurmgang im Vorderdeckel).

Erste Ausgabe. - Blake 356; Hirsch IV, 632. - Plencks Toxikologie ist einerseits noch der Phlogistontheorie verhaftet, andererseits fühlt sie sich der Aufklärung verpflichtet und enthält manches neue. "Unter den damaligen Vorstellungen in Chemie und Medizin zählte man zu den Giften sehr viele Pflanzen und Drogen, bei denen aus Erfahrung eine Toxizität bekannt war. Ferner galten als Gifte anorganische Säuren, Alkalien, Salze, Oxide und Metalle, außerdem eine Anzahl tierischer Stoffe. Als Gifte wurden auch schädliche Dünste bezeichnet, über die man sich besonders im Unklaren war. Den Ausdruck 'Gas' gab es zu dieser Zeit noch nicht. Der Begriff 'Dunst' oder 'Hauch' spielte in den damaligen Vorstellungen überhaupt eine große Rolle... Ein großer Teil der Gifte stammt aus dem Mineralreich. Es waren Metallverbindungen von Kupfer, Blei, Zinn Antimon (Brechweinstein) etc. Gifte waren ferner Alkalien, wie Ätzkali, Kalilauge, kaustische Stoffe, Ammoniak... Zum Teil wurden sie als venena acria, scharfe Gifte bezeichnet. Plenck nennt 124, die durch scharfen Saft oder scharfen, bitteren Geschmack einen brennenden Magenschmerz, Brechreiz, Kolik, Stuhlzwang und andere Symptome aufweisen... 31 Pflanzen reiht Plenck in die Gruppe der narkotischen Gifte ein. Sie machen Nerven und Gehirn durch ihre narkotische Kraft betäubend und erzeugen Somnolenz, Albernheit, Betäubung und Delirien... 22 Pflanzen sind von Plenck als Venena acria-narcotica bezeichnet, die als schädliche Kraft sowohl eine narkotische Wirkung als auch eine Schärfe besitzen" (G. Ahrens, Die toxikologischen Ansichten der Aufklärungszeit im ausgehenden 18. Jahrhundert 53/54, in: Beiträge zur Geschichte der Toxikologie, hrsg. v. R. K. Müller und K. H. Lohs). - Plenck (1733-1807) wurde 1770 Lehrer der theoretischen und praktischen Chirurgie an der Universität Tyrnau, 1777-91 in Ofen und 1785 Prof. der Chemie und Botanik an der Medizinisch Chirurgischen Militärakademie in Wien. Später war er Direktor der Feldapotheken, Kgl. Rat und Sekretär der Josephs-Akademie. - 2008 erschien von Karl Holubar im "Pantheon der Dermatologie" (herausgegeben von Chr. Löser und Gerd Plewig) ein reich illustrierter Artikel über Plenck, der die besonderen Verdienste Plencks für die Geschichte der Dermatolgie würdigt. - Titel mit 2 kleinen alten Stempeln und handschriftlichem Besitzvermerk, zu Beginn etwas stockfleckig.

Unser Preis: EUR 290,-- 

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